Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter steckt
Antibiotika wirken sich ungünstig auf die Darmflora aus Durch die Einnahme von antibiotikahaltigen Medikamenten werden aber gleichzeitig die im Dickdarm lokalisierten nützlichen Bakterien zerstört, die man in ihrer Gesamtheit als Darmflora bezeichnet. Antibiotika bringen das Gleichgewicht der vielen im Darm lebenden Bakterien empfindlich durcheinander: Einige werden in ihrem Wachstum behindert, während andere den Darm regelrecht überwuchern. Dadurch kommt es zu Bauchschmerzen, Durchfällen und im Extremfall sogar zu einer schweren Dickdarmentzündung.
Die besondere Gefahr, die von Antibiotikagaben ausgeht, liegt in dem Umstand, dass die Beeinträchtigungen der Darmflora auch noch Wochen nach der Einnahme bestehen können. Die bakterielle Neubesiedlung erfordert nämlich im Gegensatz zu ihrer Zerstörung sehr viel Zeit und setzt eine verantwortungsbewusste Ernährung voraus. Leider werden die Patienten in den seltensten Fällen über derartige Zusammenhänge aufgeklärt. Stattdessen finden sie sich Monate später wieder in der Arztpraxis ein - diesmal allerdings mit chronischen Verdauungsproblemen, für die sie keine Erklärung haben.
Die Bedeutung von Nahrungsmittelallergien Auch Nahrungsmittelallergien, die sich ausschließlich auf den Magen-Darm-Trakt beziehen, spielen im Zusammenhang mit dem Reizdarm eine Rolle. Denn wird eine solche Nahrungsmittelallergie nicht erkannt und das unverträgliche Nahrungsmittel regelmäßig konsumiert, ist die Wahrscheinlichkeit, ein Reizdarm zu entwickeln, sehr hoch. Da der Anteil nicht erkannter Nahrungsmittelallergien bei REIZDARM-Patienten vermutlich deutlich höher liegt als in der restlichen Bevölkerung, empfiehlt es sich, insbesondere bei hartnäckigen Beschwerden, eine gründliche allergologische Untersuchung vorzunehmen. Die Diagnose stützt sich dabei auf die Krankheitsvorgeschichte (Anamnese), Hauttests, Bluttests, Suchdiäten und Provokationstests (siehe Seite 40) zur Ermittlung von Nahrungsmittelallergenen.
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