Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter stecktFehlfunktion des zentralen Nervensystems Das komplizierteste und gleichzeitig noch am wenigsten gesicherte Erklärungsmodell zum Thema »Reizdarm« liefert die Diskussion um die Beteiligung des zentralen Nervensystems. Zur Verdeutlichung dieses Modells im Zusammenhang mit den Wahrnehmungsstörungen benutzt man seit den 1980er-Jahren das aus den USA stammende theoretische Konzept der »Gehirn-Darm-Achse«. Hiernach besteht zwischen dem Gehirn und dem Verdauungstrakt eine Verbindung, an deren Funktion zahlreiche Überträgersubstanzen beteiligt sind.
Die Gehirn-Darm-Achse Bei REIZDARM-Patienten ist die Funktion dieser Verbindung verändert. Dies hat zur Folge, dass Dehnungsreize und andere Signale aus Magen und Darm vom Gehirn fehlverarbeitet und als Beschwerden wahrgenommen werden. Die Gründe für diese Fehlfunktion sind bis heute nicht geklärt. Als Erklärungsversuche kommen sowohl eine krankhafte (abnorme) Fortleitung von Nervenimpulsen an die Hirnrinde, wo sie verarbeitet werden, als auch eine erhöhte Wachsamkeit des zentralen Nervensystems infrage.
Auch die bereits erwähnten Wahrnehmungsstörungen spielen in diesem Zusammenhang eine gewichtige Rolle. Im Bereich der Informationsverarbeitung des zentralen Nervensystems diskutiert man die Beteiligung eines auf Schäden ansprechenden Gedächtnisses und eine erhöhte Schmerzerwartung. Das heißt, man kann Krankheitssymptome, die einmal aufgetreten sind, tatsächlich lernen, abspeichern und wieder abrufen. Leseprobe aus:
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