Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter stecktWie kommt es zu einem Reizdarm? Die bekanntesten und für REIZDARM-Patienten wichtigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten beruhen auf der unzureichenden Aufnahme von Milch- und Fruchtzucker. Wer eines dieser Kohlenhydrate nicht verträgt, der bekommt höchstwahrscheinlich auch Verdauungsprobleme durch den Verzehr des jeweils anderen. Einer Studie zufolge, bei der einige hundert Patienten mit unklaren Bauchbeschwerden untersucht wurden, fand man heraus, dass bei jeder vierten Testperson eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) und bei jeder zweiten eine Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktoseintoleranz) vorlag.
Betrachtet man diese Zahlen, so kann man es nur als ein Dilemma bezeichnen, dass der Diagnostik von Kohlenhydratunverträglichkeiten bei funktionellen Magen-Darm-Störungen kein höherer Stellenwert eingeräumt wird.
Die Milchzuckerunverträglichkeit Die am häufigsten anzutreffende Kohlenhydratunverträglichkeit ist die Milchzuckerunverträglichkeit. Sie betrifft viele Patienten, die unter einem Reizdarm leiden. Doch leider kennt etwa nur die Hälfte der Betroffenen, die Kenntnis von ihrer Milchzuckerunverträglichkeit haben, die genauen Zusammenhänge zwischen diesem Enzymdefekt und dem Reizdarm. Die Frage, ob man Milchzucker verträgt oder nicht, lässt sich durch eine Suchdiät (siehe Seite 40) beantworten. Findet man heraus, dass eine solche Unverträglichkeit vorliegt, sind milchzuckerhaltige Nahrungsmittel eine Zeit lang zu reduzieren. So konnten zum Beispiel nach einer sechswöchigen strengen milchzuckerarmen Diät die Symptome bei vielen REIZDARM-Patienten entscheidend gebessert werden.
Einer Statistik zufolge konsumiert der Durchschnittsbürger, ohne es zu wissen, täglich bis zu fünfzig Gramm Milchzucker. Für einen gesunden Menschen stellt diese Menge kein Problem dar, für einen REIZDARM-Betroffenen kann sie jedoch fatale Folgen haben, denn schon kleinste Mengen des verzehrten Zuckerstoffes reichen aus, um massive Beschwerden, wie zum Beispiel Durchfall, zu entwickeln. In welchen Nahrungsmitteln Milchzucker enthalten ist, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Buches.
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