Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter stecktNeue Medikamente sind in der Entwicklung Dadurch können Bauchschmerzen, Stuhldrang und Stuhlhäufigkeit deutlich verringert werden. Aus bisher unbekannten Gründen entfaltet Alosetron seine Wirkung ausschließlich bei weiblichen Patienten. Nachdem von vereinzelten, aber schwer wiegenden Nebenwirkungen berichtet wurde, zog man das Medikament nach nur wenigen Monaten Verkaufsphase im Jahr 2000 wieder vom amerikanischen Markt zurück. Aus diesem Grund kam es in Europa erst gar nicht in den Handel. Es bleibt abzuwarten, ob eine modifizierte Form von Alosetron in den nächsten Jahren bei REIZDARM-spezifischen Beschwerden gezielt Anwendung finden wird.
Gute Hoffnungen, als erster Wirkstoff dauerhaft gegen Das Reizdarmsyndrom eingesetzt zu werden, hat momentan eine Substanz mit dem Namen »Tegaserod« (ein 5-HT4-Rezeptor-Agonist). Dieser Wirkstoff normalisiert Studien zufolge bei Patienten, die hauptsächlich unter Verstopfung leiden, innerhalb weniger Tage die Magen-Darm-Tätigkeit. Eine zwölfwöchige Therapie soll bei der Hälfte der Betroffenen den Stuhl regulieren beziehungsweise lockern sowie die Stuhlhäufigkeit erhöhen und Blähungen reduzieren. Abgesehen von gelegentlichen Durchfällen zu Beginn der Therapie soll der Wirkstoff allgemein gut verträglich sein.
Die Zulassung für den europäischen Markt ist bereits beantragt, sodass zumindest durch Verstopfung geplagte Patienten auf eine baldige Therapieform hoffen können. Allerdings ist die Wirksamkeit von Tegaserod nach den bisher vorliegenden Studien sehr gering, wohingegen schwere Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden können.
Auch wenn die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten funktioneller Störungen auf die meisten Betroffenen nicht besonders vielversprechend wirken, so ist es dennoch beruhigend zu wissen, dass es Pharmaunternehmen gibt, die aktiv an der zielgerichteten Behandlung REIZDARM-spezifischer Gesundheitsbeeinträchtigungen forschen. Dabei spielen zurzeit vor allem Substanzen eine wichtige Rolle, die bestimmte »Fühler« im Nervensystem des Darmes besetzen und so unangenehme Symptome lindern sollen.
Leseprobe aus:
|