Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter steckt
Dritte Säule - Psychotherapie Noch vor wenigen Jahren wurden funktionelle Störungen von vielen Ärzten mit psychologischen Störungen gleichgesetzt. Auch heute gehört es leider noch vielfach zur klinischen Praxis, REIZDARM-Patienten ausschließlich aufgrund der Diagnose Reizdarm die Empfehlung zu einer Psychotherapie zu geben. Dass dieser gut gemeinte Ratschlag fatale Folgen haben kann, wenn zuvor nicht alle anderen möglichen Auslöser ausreichend abgeklärt worden sind, wissen Sie bereits.
Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass seelische Komponenten sowohl bei der Krankheitsentstehung als auch bei deren Chronifizierung bei einem gewissen Teil der Betroffenen eine tragende Rolle spielt. Aus diesem Grund sollten Sie den Einfluss psychologischer Faktoren bei der Entlarvung der individuellen REIZDARM-Auslöser genauso auf seine Bedeutung hin überprüfen. Eine psychische Beteiligung in der persönlichen Krankheitsausprägung kategorisch abzulehnen wäre genauso falsch wie das genaue Gegenteil, sie ungeprüft vorauszusetzen.
Laut Statistik zeigen REIZDARM-Patienten in höherem Maße psychische Auffälligkeiten oder psychiatrische Störungen als die Durchschnittsbevölkerung. Trotzdem reagieren gerade sie häufig unwillig oder ablehnend auf den Rat, sich einer psychosomatischen Abklärung zu unterziehen. Verschiedene Gründe sprechen aber dafür, sich einer solchen Untersuchung zu stellen, insbesondere wenn sich nach einem drei- bis sechsmonatigen Therapieversuch mit Ernährungsumstellung und medikamentöser Unterstützung keine nennenswerte Besserung der Symptomatik eingestellt hat. Zum einen vermögen nämlich seelische Faktoren das Krankheitsbild in besonderem Maße zu beeinflussen. Zum anderen gehen funktionelle Magen-Darm-Störungen häufig mit krankheitsbedingten oder -bezogenen Ängsten und Belastungen einher.
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