Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter steckt
Die krankheitsauslösenden Faktoren Die beiden zuletzt genannten Verfahren sind, obgleich sie länger dauern, die zuverlässigsten diagnostischen Mittel zum Nachweis dieser Nahrungsmittelallergie. Hauttests können hilfreich sein, erlauben aber leider nur in den seltensten Fällen eine klare Aussage über das Vorliegen einer Allergie. Allein der positive Provokationstest ist in diesem Fall beweisend. Auch die Krankheitsvorgeschichte und Bluttests lassen in der Regel keine konkreten Angaben über den Krankheitsauslöser zu. Teure und aufwändige diagnostische Verfahren sollten in jedem Fall erst dann erfolgen, wenn Kohlenhydratunverträglichkeiten ausgeschlossen werden können oder entsprechende strenge Diäten nicht den erwünschten Erfolg bringen. Die Therapie einer Nahrungsmittelallergie besteht in erster Linie darin, das allergieauslösende Nahrungsmittel zu meiden.
Im Gegensatz zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es für eine erfolgreiche Behandlung allergischer Beschwerden wichtig, auf die betroffenen Lebensmittel, wie zum Beispiel Nüsse, völlig zu verzichten, da schon kleinste Mengen der verursachenden Substanz die Verdauungsprobleme hervorrufen können. Nur wenn das Auslassen des Allergens eine Unter- beziehungsweise Fehlernährung zur Folge hat oder die Beschwerden trotz einer strengen Diät nicht vollständig unterdrückt werden können, sollten Medikamente als Therapie eingesetzt werden.
Die Bedeutung von Darminfektionen In den letzten Jahren wurden verschiedene experimentelle Untersuchungen durchgeführt, bei denen der Einfluss von akuten Darminfektionen auf die Entstehung eines Reizdarms untersucht wurde. Die Forscher kamen dabei zu dem Ergebnis, dass auch Infektionen des Verdauungstraktes funktionelle Störungen auslösen oder verursachen können. So verglich man zum Beispiel in einer großen Untersuchung die Daten von dreihundert Patienten, die unter einer Darminfektion litten, mit den Daten von über einer halben Million Menschen, die nicht daran erkrankt waren. Ausgelöst wurden die Infektionen durch Salmonellen oder Bakterien (Campylobakter und andere Bakterien). Ein halbes Jahr nachdem die Darminfektionen abgeklungen waren, konnte bei vier Prozent der Infektionspatienten ein Reizdarm festgestellt werden. Der Anteil in der Kontrollgruppe gesunder Personen lag dagegen mit 0,3 Prozent deutlich niedriger. Warum es nicht bei allen Patienten, die an einer solchen Darminfektion erkrankt waren, zur Entwicklung eines Reizdarms kam, ist derzeit noch nicht geklärt. Das Risiko, eine funktionelle Magen-Darm-Störung zu entwickeln, ist nach einer Darminfektion wesentlich erhöht. Dabei ist die Gefahr, nach einem infektionsbedingten Durchfall an einem Reizdarm zu erkranken, umso größer, je länger der Durchfall besteht.
Leseprobe aus:
|