Das Reizdarmsyndrom
Reizdarm - Was wirklich dahinter steckt
Plazebos - psychologischer Nutzen Herausgestrichen werden in vielen Untersuchungen das uneinheitliche Patientenverhalten und die hohe Ansprechrate auf Plazebos, also auf Scheinmedikamente, deren Nutzen sich lediglich auf eine psychologische Wirkung beschränkt. Begründet wird die hohe Plazeboansprechrate allerdings auch mit der deutlich größeren Zuwendung, welche die Testpatienten durch die untersuchenden Ärzte erfahren. Trotz allem kann eine medikamentöse Behandlung mit einem Scheinmedikament beim Einzelnen die Beschwerden deutlich lindern. Dennoch ist es dem Arzt nicht erlaubt, Plazebopräparate bewusst als Medikamente einzusetzen.
Medikamentöse Therapieempfehlungen Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten medikamentösen Behandlungsmaßnahmen beim Reizmagen- und Reizdarm entsprechend ihrer Symptomschwerpunkte dargestellt. Beim Reizmagensyndrom unterscheidet man zwischen säuretypischen Beschwerden sowie Beschwerden, die durch Bewegungsstörungen ausgelöst werden.
Therapie Zur Linderung von funktionellen Beschwerden, bei denen die Überproduktion von Magensäure eine Rolle spielt, kommen säurebindende und säurehemmende Arzneien infrage. Die säurebindenden Medikamente, so genannte Antazida, wirken einer Übersäuerung des Magens entgegen, indem sie den überschüssigen Teil der Magensäure an sich binden und damit in seiner Wirkung neutralisieren. Sie sind meist rezeptfrei erhältlich und gehören zu den bekanntesten Vertretern von Magen-Darm-Präparaten. Durch die säurehemmenden Mittel kann die Produktion von Magensäure für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel für 24 Stunden, vollständig unterbunden werden. Arzneien dieser Art heißen Protonenpumpenblocker. Sie sollten wegen ihrer Nebenwirkungen nicht bedenkenlos angewendet werden. Generell ist es empfehlenswert, zunächst einen Therapieversuch mit den kaum belastenden Antazida zu unternehmen und erst nach erneuter Rücksprache mit dem Arzt auf säurehemmende Präparate zurückzugreifen.
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