Wenn Milchzucker krank macht
Laktose-Intoleranz
Was passiert im Körpern nach dem Genuss von Milchzucker? Anders sieht es bei Menschen mit Lactose-Intoleranz aus: Bei ihnen liegt eine Unterversorgung mit dem Enzym Lactase vor. Die Milchzuckermoleküle werden gar nicht oder nur in unzureichendem Maße von den Lactase-Enzymen im Dünndarm aufgespalten und gelangen in unverändertem Zustand in den Dickdarm. An dieser Stelle kommt ein chemischer Prozess in Gang, der für das Beschwerdebild einer Laktose-Intoleranz verantwortlich ist: Die im Dickdarm eintreffenden Milchzuckermoleküle werden von den dort befindlichen Bakterien »anaerob« vergärt. Das bedeutet, dass sie ohne Beteiligung von Sauerstoff in verschiedene chemische Elemente umgewandelt werden. Als so genannte Spaltprodukte entstehen neben einigen kurzkettigen Fettsäuren wie Milchsäure und Essigsäure auch die Gase Kohlendioxid (C02), Methan (CH 4) und Wasserstoff (H2). Dieser chemische Umwandlungsprozess hat für den menschlichen Organismus drei wesentliche Konsequenzen: • Die im Dickdarm gebildeten organischen Säuren regen die Darmbewegung (Peristaltik) an. Dadurch wird die Anfälligheit für Durchfälle (Diarrhöen) erhöht. • Milchzucker hat außerdem die Eigenschaft, Wasser zu binden. (10 g Laktose reichen aus, um 2oo ml Wasser einzudicken.) Dadurch entsteht ein »osmotischer Druck« im Darmlumen, also im Inneren des Dickdarms. Dieser Druck hat zur Folge, dass von außen Wasser und Natrium (Salz) in den Hohlraum des Darms einströmen, bis das osmotische Gleichgewicht wiederhergestellt ist. Dadurch kann sich das Volumen der Dickdarmflüssigl Leseprobe aus:
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