Wenn Fruchtzucker krank macht
Fructose-Intoleranz
Auch die kurzkettigen Fettsäuren greifen in den Verdauungsprozess ein: Sie erhöhen die Darmperistaltik (Eigenbewegung des Darms) und beschleunigen damit den Verdauungsvorgang. Unterstützt wird die Durchfallneigung durch den wasserbindenden Effekt der Fructose:
Anstatt das überschüssige Wasser des Nahrungsbreies an das umliegende Gewebe abzugeben, wird es im Dickdarm zurückbehalten und vergrößert das Stuhlvolumen um ein Vielfaches zur sonst üblichen Menge. Kommt es dadurch zu einem Durchfall, so spricht man auch von einer osmotischen Diarrhöe, in deren Zusammenhang krampfartige Leibschmerzen und hörbare Darmgeräusche auftreten können. Abbildung: „Die Entstehung der Darmsymptome" Bei 50-70 Prozent der Fructose-Intoleranz-Patienten kommt es aufgrund der beschriebenen Mechanismen zu Durchfällen und durchfallartigen Störungen. Dass nicht alle Patienten mit nachgewiesener Malabsorption auch klinische Symptome entwickeln, hängt mit der Zusammensetzung der im Dickdarm befindlichen Bakterienflora zusammen.
Auch eine bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms, welche bei Patienten mit häufigen Verdauungsstörungen vermehrt anzutreffen ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen der als störend wahrgenommenen Darmsymptome. Ausgelöst wird diese im Falle einer Fructose-Intoleranz durch eine undichte Ileozökalklappe, die sich im Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm befindet.
Sie verhindert im Normalfall das Rückfließen des Darminhaltes. Durch die gasbedingte Volumenvergrößerung des Dickdarms kann es jedoch zu einer Öffnung dieser Klappe kommen, in deren Folge Dickdarmbakterien die höher gelegenen Dünndarmabschnitte besiedeln. Dadurch kommt es bereits im Dünndarm zu Fermentationsprozessen, die vom Betroffenen als bedeutend störender wahrgenommen werden als die Fermentation im Dickdarm.
Eine bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms lässt sich leicht durch einen H2-Atemtest feststellen, bei dem der Patient eine schlecht resorbierbare Laktulose-Lösung verabreicht bekommt. Misst man in Folge dessen einen frühen Anstieg des Wasserstoffgehaltes in der Atemluft, so ist der Nachweis für Fermentationsprozesse im Dünndarm erbracht.
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